Freitag, 1. Oktober 2010

Antwort auf Schlossbote "Riepp Adé"

Und wieder hat es der Ehemaligenverein geschafft sich selbst als Partner und Mittler zwischen Schule, Heim, Schülern und Ehemalilgen ohne Ziel und Verstand zu diskreditieren.

Man mag nun zum scheidenden Schulleiter Riepp stehen wie man will. Aber mit der Aussage - Die jetzigen Schüler werden ihn (Riepp) dennoch weiterhin erleben "dürfen" - wurde durch Verwendung der Anführungszeichen sicher ein wenig hilfreicher Unterton angeschlagen.
Als ob dies nicht schon unnötig genug gewesen wäre - wird mit der Anmerkung - Zumindest solld er Neue (Schulleiter) diesmal wenigstens nicht aus der aktuellen issinger Lehrerschaft stammen - auch noch eine verbale Stinkbombe ins Lehrerzimmer geschleudert.

Meine Damen und Herren vom Ehemaligenverein - Wenn man derart herumpöbelt darf man sich auch nicht darüber beschweren daß man als Partei nicht wirklich ernst genommen und geschätzt wird.

Zudem bliebe noch rein sachlich anzumerken daß für ein im Interesse der Heimschüler liegendes funktionales Ineinandergreifen von Schule und Heim eigentlich das Augenmerk auf dem Engagement der Heimleitung liegen sollte. In diesem Posten sollten sich nämlich die Erfahrungen und Anliegen von Eltern, Schülern und der Erzieher bündeln.

Samstag, 27. Februar 2010

rISING SUN - Generation Monster?

Der Titel der Schülerzeitung weckt Assoziationen. Zunächst zu einem Lied mit dem Titel "The House of the Rising Sun" in dem ein Freudenhaus in New Orleans besungen wird. Die nächste Assoziation ISING SUN? Cluburlaub?
Habe ich die Botschaft richtig verstanden? - dann Hut ab vor den "Sendern"!

Inhaltlich macht die Schülerzeitung keineswegs den Eindruck aus der Mitte einer "Generation Monster" zu entspringen. Der Aufruf auf der ersten Innenseite "SchülerInnen aller Klassen! Wehrt Euch!" wirkt durchaus noch kampfeslustig. Aber bereits hier bricht das eigentliche Dilemma voll auf. Da sind sie eben schon wieder, die /Innen als rebellische Nachgeburt der frühen 1990iger - einer Zeit als "die Monster" selbst noch in die Pampers pupsten.
Und auch inhaltlich scheinen die "Monster" noch nicht so richtig aus den Fußstapfen ihrer "Eltern- und Lehrergeneration" herausgekommen zu sein. Soziales Engagement spielt sich vorzugsweise dort ab wo bereits die Großeltern als Kinder gewesen sein könnten - oder bei Organisationen welche die Elterngeneration in deren potpubertären Aufbegehren als Mitglieder der ersten Stunde aus der Taufe gehoben hat.

Unsere Lehrer (die übrigens zu einem nicht unerheblichen Teil auch noch die Lehrer dieser Kindergeneration sind) hätten sich wohl nur verwundert die Augen gerieben, wenn wir mit der Bitte an sie herangetreten wären ihre Meinung zu unserer moralisch-ethische Verfassung auszulassen.

Vielleicht waren wir seinerzeit einfach noch nicht reif für so viel Selbstreflektion. Vielleicht brannte uns auch einfach die Frage nicht so unter den Nägeln als daß wir uns sozuagen kollektiv auf eine selbst-improvisierte Seelenklemptner-Couch geworfen hätten um uns dort ein "Opfer-Attest" ausstellen zu lassen.

Daß wir dies nicht getan hatten war ohne jeden Zweifel richtig. Denn nach eingehender Lektüre der Lehrermeinungen fühle ich mich keineswegs besser informiert als zuvor. Das was hier zum Besten gegeben wird sind wohlmeinende Allgemeinplätze die sich lediglich insofern vom breiten gesellschaftlichen Konsens in dieser Frage unterscheiden als daß der Schule und den Lehrern keine Mitschuld eingeräumt wird.
Fast peinlich mutet da die Haltung an daß überhaupt Alle schuld sind - natürlich außer den Schülern (Opfer) und deren Lehrern.

Und ebenda liegt im doppelten Sinne die eigentliche Crux der "Jugend von Heute". Wir leben heute in einer Gesellschaft die Konflikte kurzerhand "outsourct". Die Demarkationslinien liegen nicht mehr dort wo Konflikte spürbar werden - sondern irgendwo diffus weit draußen in der Gesellschaft.

Schuld sind "die Medien" - gerade so als ob die Nutzung (oder Mißbrauch) der selben eine zwangsläufige Selbstverständlichkeit - und keine Frage der eigenen Entscheidung bzw. Abwägung mehr wäre.
Schuld ist heute das "G8" der Landespolitik oder "HarzIV". Früher war es wenigstens noch die Gier unserer Eltern die diese zu Doppelverdienern werden ließ und die deshalb keine Zeit für uns hatten. Gerade so als hätte jemand auf HarzIV nicht sogar mehr potenzielle Zeit für seinen Nachwuchs - gilt auch hier: Verantwortung "outsourcen".
Mit "HarzIV" muß sich Niemand persönlich in die Pflicht genommen fühlen. Die Betroffenen sind ihrerseits wieder Opfer - und jedes Elternhaus das nicht von "HarzIV" betroffen ist - darf sich quasi automatisch das Prädikat "pädagogisch Wertvoll" ans Revers heften. Doppelverdiener ohne schlechtes Gewissen! Danke für die Blumen!

Und über diesen kleinen quergedachten Umweg - findet man letztendlich sogar zu der Antwort auf die Frage warum heutige Jugendliche mitunter dazu neigen ihre Aggressionen an sich selbst abzureagieren.
Das eigene Ich ist mithin das Einzig Greifbare das in einer Kultur des "Outsourcens" von Veranwotrlichkeiten übrig geblieben ist. Ein kleines armes Stück Opfer das, wenn es schon von Allen "fertiggemacht" und "gemobbt" wird, auch noch selbst fertigmachen und mobben kann.

Ja fast möchte ich sagen daß der Streß und der Ärger und die Ängste in unserer Schulzeit etwas Gutes hatten. unser Streß Ärger und Ängste hatten immerhin ein Gesicht und einen Ort. Angst bei Langmayer in Latein - Ärger bei Werber in Deutsch - Streß bei Riepp in Mathe. Natürlich fühlten wir uns auch damals hilflos da weder die Institution Schule noch unsere eigenen Eltern dazu bereit waren offenkundigem Mißbrauch entschieden entgegenzutreten.

Das Gros unseres Grolls richtete sich gegen ein konkretes Gesicht. Was dies uns gebracht hat? Praktisch natürlich nichts da wir vor Gewalt letztendlich doch zurückgeschrekten und uns mit kleinen "Racheaktionen" im Sinne von Streichen "bedankt" haben. Letztere haben den betroffenen Verantwortlichen nicht wirklich geschadet - aber uns selbst ein großes Maß an Genugtuung gegeben.
Jene Genugtuung die eigentlich heute der Stoff ist der unsere nostalgische Erinnerung an die Schulzeit nährt.

Ja das Resumé mag nun etwas zynisch klinen. Aber vielleicht haben ja Lehrer die weniger "Schülerversteher" und mehr "Feindbild" sind ja auch etwas Gutes. Was ja keineswegs heissen muß daß nicht auch in jedem "Feinbild" im Grunde ein "Schülerversteher" stecken kann.
Aber vielleicht liegt ja auch hier schon wieder das eigentliche Problem des "Outsourcens". Sourcen sich nicht die meisten Lehrer nach Erfüllung ihrer unmittelbaren und mit der Uhr messbaren Dienstpflicht selbst aus? Die Schüler werden letztendlich mit ihren fachlichen und menschlichen Problemen mit dem Verweis auf ferne Verantwortlichkeiten in München oder allgemeinen Sachzwänge alleine gelassen. Der Weg des geringsten Widerstandes und vordergründiger Harmonie.

Arme Generation Krümelmonster. Apropos Krümelmonster! Gleichnamiger Beitrag läßt Hoffen. Die Generation Monster hat ihren Humor noch nicht verloren. Über sich selbst lachen zu können ist ein großes Gut - das jedoch eigentlich vor Allem Jenen gut anstehen würde die im Schulalltag zumindest über mehr Einfluß verfügen. Aber die jetzt angesprochene Gruppe nimmt sich offensichtlich heute noch ebenso wichtig und unfehlbar wie anno dazumal. Vielleicht sollten die Schüler wieder damit beginnen mit ihren Fingern nicht nur in ihren eigenen Wunden zu rühren.

Wie wäre es z.B. mit der Frage warum das Gros der Lehrer sich aus abgebrochenen Dipolomstudiengängen rekrutiert. Oder mit der Frage warum sich überhaupt erwachsene Menschen einen angeblich so ausbrennenden Job antun um sich aus sozialem Engagement bei erster sich bietender Gelegenheit verrenten zu lassen?
Also auf "Generation Monster" - zur Abrechnung mit der Generation "Kollektiver Freizeitpark". Zeigt Eure Zähne!

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Neue Hausordnung

Neu an der neuen Hausordnung schein vor allem zu sein daß die internen Kollegiaten sich nun in Freistunden nicht mehr in die Heimbereiche zurückziehen können. Dies hat den Beigeschmack von Schikane.
Sicher verleiten offene Bereiche zum Schwänzen von Unterricht - und sicher herrschte auch früher in den Bereichen zu Freistunden nicht grundsätzlich "Studierzeitatmosphäre".
Aber man wird auf der anderen Seite nicht von der Hand weisen können daß ein offener Heimbereich zumindest auch Potenzial für ein ausgesprochen ruhiges und konzentriertes Arbeiten besitzt. Ebenso wie ein "Arbeitsraum" nicht unbedingt Jedem die benötigte Atmosphäre sich konzentrieren zu können bietet.
Zudem stand der offene Heimbereich früher durchaus auch jenen Externen oder Tagesheimschülern offen, welche sich um einen etwas näheren Kontakt zu internen Schülern bemühten. Er war somit ein integrativer Raum. Mithin die einzige Möglichkeit für Interne wie Externe einander auch in einem eher privaten Umfeld zu begegnen. Vor allem daß dieser Aspekt an verschlossenen Türen scheitert ist sehr zu bedauern.
Für die Entscheidung des abgesperrten Bereichs läßt sich lediglich der Gesichtspunkt anführen daß durch den abzusehenden Wegfall der 13. Jahgangsstufe generell der durchschnittliche sittlich-geistige Reifegrad der Kollegstufenschüler ein Stück weit in Richtung "Mittelstufenniveau" rückt. Letzteres rechtfertigt durchaus eine etwas restriktivere Grundhaltung gegenüber den Schülern der G8-Kollegstufe.

Positiv an der neuen Schulordnung ist sicherlich daß sie an anderen Punkten eine gewisse Abkehr von Extremstandpunkten erahnen läßt. Insgesamt bleibt jedoch enttäuschend daß die Schulleitung erneut gezeigt hat daß sie noch immer Schwierigkeiten hat sich in die Befindlichkeiten der Internatschüler und Besonderheiten einer Internatschule einzufinden.

Mittwoch, 12. August 2009

Macht-Spielchen

Dem aktuellen Schloßboten konnte man entnehmen daß der Kochklub aus der Schloßküche in das Gebäude der neuen Turnhalle umgezogen ist. Die Gründe welche hinter diesem Schritt liegen kann man nur erahnen. Offiziell wittere ich als vorgeschobene Begründung grundsätzliche hygienische Bedenken gegen das Werkeln von Schülern im Küchenbereich.
Inoffiziell dürftn die Gründe wohl eher in Eifersüchtelein oder Animositäten innerhalb des Küchenpersonals zu suchen sein. Denn den gesetzlichen Bestimmungen für Gesundheitsschutz und Hygiene im Lebensmittelbereich kann durchaus nit einem Mindestmaß an gutem Willen entsprochen werden.

Damit liegt die Vermutung nahe, daß es im Grunde nur darum geht Jemanden ein- bzw. auszubremsen der mit seinem Engagement für die Schüler zu weit und zu beständig über die Norm des Mittelmaßes hinausgegangen ist. Erfolg wird in Ising nicht als Ansporn wahrgenommen und belohnt - sondern als Bedrohung gesehen und bestraft.

Wo kämen wir schließlich hin, wenn plötzlich immer mehr Leute mehr machen würden als das, was sich laut Wortlaut des Arbeitsvertrages nicht vermeiden läßt?
Früher oder später würde dann ja ins Auge fallen daß manche Leute nicht nur engagiert handeln - sondern obendrein auch etwas damit erreichen. Und mit diesem Erreichen würde dann ja nur die allgemeine Erwartungshaltung steigen.

Koch Patrik hat in mehrfacher Hinsicht deutlich gemacht was möglich ist. Das Essen war mit seinem Beitritt ins Küchenteam erheblich besser geworden. Und die Möglichkeit als Schüler einmal ganz praktisch ein bißchen in die Gastronomie hineinzuschnuppern war durchaus auch eine großartige Sache mit der sich Ising wenigstens einmal positiv von anderen Heimschulen absetzen konnte ohne daß dafür viel Geld in die Hand genommen werden mußte.

Aber was gut für die Schüler und vielleicht sogar gut für das Renomé der Schule ist - das ist eben nicht auch automatisch für Alle gut. Wer jahrzehntelang mit phantasielosem Herumgewurstle sein Auskommen finden konnte, der möchte sich eben nicht plötzlich seine Mittelmäßigkeit an gestiegenen Erwartungen messen lassen.